Vitamin C Mangel: Alles zu Symptomen, Ursachen, Auswirkungen und Vermeidung

Frau mit Orange Vitamin C
Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2026 · Wissenschaftliche Prüfung: Carlo Schmid
Kurzantwort: Ein Vitamin-C-Mangel entsteht, wenn die tägliche Zufuhr von Ascorbinsäure dauerhaft unter dem Bedarf liegt. Typische frühe Zeichen sind anhaltende Müdigkeit, Zahnfleischbluten und verzögerte Wundheilung. Bei schwerer Unterversorgung über mehrere Monate kann sich Skorbut entwickeln. Bei Verdacht ist ärztliche Abklärung empfohlen.

Vitamin-C-Mangel auf einen Blick

Ein Vitamin-C-Mangel liegt vor, wenn der Körper dauerhaft zu wenig Ascorbinsäure erhält, um essentielle Stoffwechselprozesse aufrechtzuerhalten. Vitamin C ist wasserlöslich und kann vom Körper nicht selbst produziert werden — die tägliche Zufuhr über Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel ist daher unverzichtbar. Als Kofaktor bei der Kollagensynthese, bei der Eisenresorption und bei der Neutralisation freier Radikale ist Ascorbinsäure an einer Vielzahl körperlicher Funktionen beteiligt.

Klinisch relevante Symptome entstehen in der Regel erst nach 4 bis 12 Wochen anhaltend unzureichender Zufuhr — laut Maxfield et al. (2023, StatPearls) sobald die Körperspeicher von etwa 1.500 mg weitgehend aufgebraucht sind. Das klinische Vollbild des Skorbuts tritt bei Zufuhr unter 10 mg täglich nach mehreren Monaten auf.

Ärztlicher Hinweis: Bei anhaltenden Symptomen wie Müdigkeit, Zahnfleischbluten oder schlechter Wundheilung ist eine ärztliche Untersuchung empfohlen, um andere Ursachen auszuschließen.

Symptome im Überblick: Früh-, Mittel- und Spätstadium

Die Symptome eines Vitamin-C-Mangels entwickeln sich schrittweise und können je nach individuellem Körperspeicher und Schwere der Unterversorgung variieren. Die folgende Tabelle gibt einen strukturierten Überblick nach Schweregrad — von frühen unspezifischen Beschwerden bis hin zu den klassischen Zeichen des Skorbuts, wie sie von Daglilar et al. (2023) und Maxfield et al. (2023) beschrieben werden.

Phase Symptom Betroffener Bereich
Frühsymptome (Woche 1–4) Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Reizbarkeit Allgemein
Frühsymptome (Woche 1–4) Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit Stoffwechsel
Frühsymptome (Woche 1–4) Muskel- und Gelenkschmerzen (diffus) Bewegungsapparat
Mittelsymptome (Monat 1–3) Zahnfleischbluten, -schwellung Mundraum
Mittelsymptome (Monat 1–3) Petechien (punktförmige Hautblutungen) Haut / Haarfollikel
Mittelsymptome (Monat 1–3) Schlechte Wundheilung Bindegewebe
Mittelsymptome (Monat 1–3) Erhöhte Infektanfälligkeit Immunsystem
Spätsymptome / Skorbut (> 3 Monate) Korkenzieherhaare, Haarausfall Haar
Spätsymptome / Skorbut (> 3 Monate) Subperiostale Blutungen, Knochenschmerzen Knochen
Spätsymptome / Skorbut (> 3 Monate) Zahnverlust Zahnapparat
Spätsymptome / Skorbut (> 3 Monate) Anämie, verstärkte Blutungsneigung Blut / Gefäße
Die genannten Symptome können auf verschiedene Erkrankungen hinweisen. Eine ärztliche Diagnose ist unverzichtbar — Selbstdiagnose auf Grundlage dieser Tabelle ersetzt keine medizinische Untersuchung.

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Frühsymptome: Müdigkeit, Reizbarkeit und schlechte Wundheilung

Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung zählen zu den ersten und häufig unspezifischsten Zeichen eines Vitamin-C-Mangels. Der biochemische Hintergrund: Ascorbinsäure ist Kofaktor bei der Biosynthese von L-Carnitin, einem Molekül, das Fettsäuren in die mitochondriale Matrix transportiert, wo sie zur ATP-Produktion genutzt werden. Fehlt ausreichend Vitamin C, kann diese Carnitin-Synthese gestört werden — laut Maxfield et al. (2023) erklärt dieser Mechanismus, warum Erschöpfung und Leistungsabfall typische Frühsymptome eines Mangels sind.

Darüber hinaus ist Vitamin C an der Umwandlung von Dopamin zu Norepinephrin (Noradrenalin) beteiligt — ein Schritt, der für die Regulierung von Stimmung, Konzentration und Stressantwort relevant ist. Studien zeigen, dass subklinischer Mangel mit vermehrter Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen in Verbindung gebracht wird, noch bevor körperliche Symptome deutlich sichtbar werden.

Auch die Wundheilung ist in einem frühen Mangelstadium bereits beeinträchtigt: Vitamin C ist für die Hydroxylierung von Prolin und Lysin bei der Kollagensynthese essenziell. Kollagen ist der wichtigste strukturelle Baustein der Haut, Gefäße und des Bindegewebes. Bei unzureichender Ascorbinsäurezufuhr können Fibroblasten weniger funktionsfähiges Kollagen bilden, was die Wundverschlussrate messbar verlangsamt. Klinische Symptome entstehen laut StatPearls in der Regel nach 4 bis 12 Wochen anhaltend unzureichender Zufuhr — bei einem Körperspeicher von rund 1.500 mg und einem täglichen Umsatz von etwa 40–60 mg.

Müdigkeit ist ein unspezifisches Symptom mit vielen möglichen Ursachen — von Eisenmangel über Schilddrüsenunterfunktion bis hin zu psychischen Belastungen. Bei anhaltender Erschöpfung ist eine ärztliche Abklärung empfohlen, bevor eine Supplementierung begonnen wird.

Sichtbare Symptome: Haut, Zahnfleisch, Zunge und Haare

Wenn ein Vitamin-C-Mangel fortschreitet, treten zunehmend sichtbare Veränderungen an Haut, Schleimhäuten und Haaren auf. Diese äußerlichen Zeichen entstehen überwiegend durch den gestörten Kollagenstoffwechsel und die eingeschränkte Gefäßintegrität — und können bei sorgfältiger Betrachtung wichtige Hinweise für eine ärztliche Diagnose liefern.

Haut

Perifollikuläre Hämorrhagien — kleine punktförmige Blutungen rund um Haarfollikel — gelten als eines der sensitivsten Frühzeichen eines Vitamin-C-Mangels. Hinzu kommen Petechien (stecknadelkopfgroße Blutpunkte), follikuläre Hyperkeratose (eine raue, sandpapierartige Hautstruktur) sowie eine insgesamt fahle, gelblich-blasse Hautfarbe durch die gestörte Kollagenmatrix. Daglilar et al. (2023) beschreiben diese kutanen Veränderungen als charakteristisch für das mittlere bis späte Mangelstadium. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Hautveränderungen auch andere Ursachen haben können und daher immer im klinischen Gesamtbild bewertet werden sollten.

Zahnfleisch

Zahnfleischbluten, -schwellung und eine lila-rote Verfärbung des Zahnfleisches (Gingivitis scorbutica) zählen zu den klassischen Zeichen eines Vitamin-C-Mangels und waren historisch das häufigste erste Symptom bei Skorbut-Erkrankungen. Kollagenmangel in der parodontalen Membran kann zu progressiver Zahnlockerung führen. Wichtig: Isoliertes Zahnfleischbluten ist häufig und hat oft andere Ursachen (z. B. mangelnde Mundhygiene). Nur im Kontext weiterer Symptome und bei niedrigem Ascorbinsäurestatus ist die Assoziation mit Vitamin-C-Mangel klinisch relevant.

Zunge und Mundhöhle

Schleimhautblutungen im Mundbereich sowie Mundwinkelrhagaden (eingerissene Mundwinkel) können auf einen Vitamin-C-Mangel hinweisen, sind jedoch unspezifisch. Sie treten auch bei Vitamin-B2- (Riboflavin) oder Vitamin-B12-Mangel auf — eine Differentialdiagnose ist daher wichtig. Die Zunge selbst zeigt bei isoliertem Vitamin-C-Mangel selten spezifische Veränderungen.

Haare

Das charakteristischste und pathognomonisch für Skorbut geltende Haarsymptom sind sogenannte Korkenzieherhaare (korkenzieherartig eingerollte Haarschäfte). Sie entstehen durch Defekte in der Haarschaftstruktur, die auf den gestörten Kollagen- und Disulfidbrücken-Aufbau im Keratin zurückzuführen sind. Zusätzlich kann das Haar insgesamt trocken, brüchig und glanzlos wirken. Korkenzieherhaare gelten als spezifischer Befund, der differenzialdiagnostisch auf einen fortgeschrittenen Vitamin-C-Mangel hindeutet.

Diagnostik: Wie wird Vitamin-C-Mangel festgestellt?

Die Diagnose eines Vitamin-C-Mangels basiert auf der Kombination aus ärztlicher Anamnese, körperlicher Untersuchung und Labordiagnostik. Allein auf Basis von Symptomen ist eine sichere Diagnose nicht möglich, da die meisten Zeichen unspezifisch sind und auf verschiedene Erkrankungen hinweisen können.

Klinische Diagnose: Der Arzt erfragt Ernährungsgewohnheiten (Ernährungsprotokoll), untersucht Haut, Zahnfleisch und Haare auf charakteristische Veränderungen und bewertet den Gesamtbefund im Kontext möglicher Risikofaktoren.

Labordiagnostik: Der verlässlichste Parameter ist der Plasma-Ascorbat-Spiegel. Laut Maxfield et al. (2023) gilt ein Wert unter 0,2 mg/dL (11 µmol/L) als Skorbut-Verdacht. Die EFSA (2013) gibt einen Plasma-Sättigungsspiegel von ca. 50 µmol/L als Zeichen ausreichender Versorgung an. Leukozyten-Vitamin-C gilt als präziserer Marker, da er weniger durch kurzfristige Einnahme beeinflusst wird — Cave: frische Supplementierung kann den Plasma-Spiegel kurzfristig erhöhen und einen Mangel maskieren.

Messgröße Schwellenwert Bedeutung
Plasma-Ascorbat < 0,2 mg/dL (< 11 µmol/L) Skorbut-Verdacht
Plasma-Ascorbat 0,2 – 0,6 mg/dL Defizienz
Plasma-Ascorbat ~ 50 µmol/L Ausreichende Versorgung (EFSA)
Leukozyten-Vit. C 0 mg/dL Skorbut
Leukozyten-Vit. C 0 – 7 mg/dL Mangel
Leukozyten-Vit. C > 15 mg/dL Suffizient

Ergänzend kann ein Blutbild zur Ausschlussdiagnostik einer Anämie sinnvoll sein, da chronischer Vitamin-C-Mangel die Eisenresorption beeinträchtigen und so zu einer Eisenmangelanämie beitragen kann. Kommerziell erhältliche Kapillarblut-Selbsttests bieten nur einen orientierenden Überblick und ersetzen keine ärztliche Labordiagnostik.

Bei Verdacht auf Vitamin-C-Mangel sollte immer eine ärztliche Untersuchung erfolgen — Selbsttests ersetzen keine Labordiagnostik.

Risikogruppen: Wer ist besonders gefährdet?

Studien zeigen, dass subklinischer Vitamin-C-Mangel auch in Hochlohnländern in bestimmten Bevölkerungsgruppen weiterhin verbreitet ist. Carr & Rowe (2020a) berichten von einer Prävalenz subklinischen Mangels von rund 7 % in den USA — in ressourcenärmeren Regionen wie Nordindien können es bis zu 74 % sein. In Deutschland ist die Grundversorgung laut Nationaler Verzehrsstudie II (NVS II) insgesamt ausreichend, jedoch sind bestimmte Risikogruppen weiterhin betroffen.

Risikogruppe Mechanismus / Ursache Quelle
Raucher Erhöhter oxidativer Stress; ca. 40 % höherer Umsatz; DGE empfiehlt 40–60 mg/d Mehrbedarf DGE (2025)
Schwangere & Stillende Erhöhter Bedarf: +10 mg/d (Schwanger, ab 4. Mo.), +60 mg/d (Stillende) laut EFSA EFSA (2013)
Ältere Menschen Einseitige Ernährung ("Tea-and-toast"-Diät), soziale Isolation, eingeschränkte Mobilität StatPearls (2023)
Chronisch Kranke (CED, Dialyse) CED: 21,6 % Defizienzrate bei hospitalisierten Patienten; Dialyse: renale Vitamin-C-Verluste Lemoh et al. (2024)
Starke Alkoholkonsumenten Ab > 80 g Ethanol/d: erhöhte renale Ausscheidung, mangelhafte Ernährung StatPearls (2023)
Bariatrisch operierte Patienten Reduzierte Absorptionskapazität nach Magenbypass oder -sleeve Carr & Rowe (2020b)
Sozioökonomisch benachteiligte Gruppen Eingeschränkter Zugang zu frischem Obst und Gemüse Carr & Rowe (2020b)

Tagesbedarf: EFSA- und DGE-Empfehlungen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE, 2025) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA, 2013) geben übereinstimmende Referenzwerte für Vitamin C an: 110 mg/Tag für erwachsene Männer, 95 mg/Tag für erwachsene Frauen. Raucher und bestimmte Personengruppen haben einen deutlich erhöhten Bedarf. Zum Vergleich: Die Mindestmenge zur Skorbut-Prävention liegt bereits bei etwa 10 mg/Tag — der Referenzwert ist also deutlich höher als das absolute Minimum und zielt auf eine optimale Versorgung ab.

Gruppe Alter Vitamin C (mg/Tag)
Säuglinge 0–12 Monate 20 (Schätzwert)
Kinder 1–4 Jahre 20
Kinder 4–7 Jahre 30
Kinder 7–10 Jahre 45
Kinder 10–13 Jahre 65
Jugendliche 13–15 Jahre 85
Jugendliche (m) 15–19 Jahre 105
Jugendliche (w) 15–19 Jahre 90
Erwachsene (m) ab 19 Jahre 110
Erwachsene (w) ab 19 Jahre 95
Raucher (m) ab 19 Jahre 155
Raucher (w) ab 19 Jahre 135
Schwangere ab 4. Monat 105
Stillende 125

EFSA und DGE stimmen in ihren Referenzwerten für Erwachsene überein. Die obere tolerierbare Zufuhrmenge liegt laut EFSA bei 1.000 mg/Tag — d. h. bis zu dieser Menge sind keine bekannten unerwünschten Wirkungen zu erwarten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine maximale Tagesdosis von 250 mg.

Wie Vitamin-C-Mangel beheben: Lebensmittel und Supplements

Die wirksamste Strategie zur Behebung eines Vitamin-C-Mangels ist die Optimierung der täglichen Ernährung. Vitamin C kommt vor allem in frischem Obst und Gemüse vor — und ist in einigen Lebensmitteln in so hoher Konzentration enthalten, dass bereits kleine Portionen den Tagesbedarf decken. Laut Maxfield et al. (2023) ist die Absorption bis zu einer Dosis von 100 mg/Tag sehr effizient; bei höheren Einzeldosen sinkt die relative Absorptionsrate deutlich — bei > 1.500 mg/Tag werden weniger als 50 % resorbiert.

Lebensmittel Vitamin C (mg/100 g)
Hagebutten (roh) ~ 400–1.200
Schwarze Johannisbeeren ~ 177
Petersilie (frisch) ~ 160
Paprika (rot, roh) ~ 140
Paprika (gelb, roh) ~ 120
Brokkoli (roh) ~ 115
Kiwi ~ 80
Erdbeeren ~ 60
Orangen / Zitrussäfte ~ 50–60
Kartoffeln (gekocht) ~ 10–15

Wichtig: Vitamin C ist hitzeempfindlich und wasserlöslich. Kochen bei hohen Temperaturen sowie langes Einweichen von Gemüse können den Vitamin-C-Gehalt stark reduzieren. Schonende Garmethoden (Dämpfen, kurzes Blanchieren) und ein hoher Anteil Rohkost helfen, Verluste zu minimieren. Tiefkühlgemüse kann eine wertvolle Alternative sein, wenn frisches Gemüse nicht verfügbar ist — laut StatPearls bleibt der Vitamin-C-Gehalt beim Einfrieren weitgehend erhalten.

Nahrungsergänzungsmittel: Bei Risikogruppen oder nachgewiesenem Mangel kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein. Das BfR empfiehlt, die Tagesdosis in Nahrungsergänzungsmitteln auf maximal 250 mg zu begrenzen. Die DGE empfiehlt grundsätzlich, den Bedarf vorrangig über eine abwechslungsreiche Ernährung zu decken. Bei höherer Dosierung oder gleichzeitiger Medikation ist ärztliche Rücksprache empfohlen.

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Wechselwirkungen: Was Vitamin C beeinflusst

Vitamin C interagiert auf verschiedene Arten mit anderen Substanzen — sowohl positiv (verbesserte Nährstoffaufnahme) als auch potenziell problematisch (veränderte Medikamentenwirkung). Besonders bei der Supplementierung in höheren Dosen sind folgende Punkte relevant:

Wechselwirkung Effekt Hinweis
Eisen-Absorption (positiv) Vitamin C wandelt Fe³⁺ in Fe²⁺ um → verbesserte Resorption im Dünndarm Besonders relevant bei pflanzlicher Eisenzufuhr; empfohlen bei Eisenmangel-Anämie
Aluminium-Resorption ⚠️ Erhöhte Aufnahme aus aluminiumhaltigen Antazida — laut BfR: „Die Gabe von Vitamin C führt zu vermehrter Resorption von Aluminium aus dem Gastrointestinaltrakt" Klinisch relevant bei Niereninsuffizienz; Abstand zu aluminiumhaltigen Antazida empfohlen
Antikoagulantien ⚠️ Ascorbinsäure kann die Wirkung von Antikoagulantien (z. B. Warfarin) verringern Bei gleichzeitiger Einnahme: ärztliche Abklärung empfohlen (BfR)
Acetylsalicylsäure (ASS) Gleichzeitige Einnahme kann ASS-Ausscheidung vermindern und Vitamin-C-Ausscheidung erhöhen Orientierender Hinweis; klinische Relevanz in Standarddosen gering
Chemotherapie ⚠️ Antioxidative Eigenschaften können die Wirksamkeit bestimmter Chemotherapeutika beeinflussen Bei onkologischer Behandlung: Rücksprache mit behandelnden Ärzt:innen vor jeder Supplementierung
Nierensteine (Oxalat) Hochdosierung kann Oxalatausscheidung erhöhen → erhöhtes Risiko bei genetischer Veranlagung Bei Neigung zu Nierensteinen: nicht mehr als BfR-Empfehlung (250 mg/d) ohne Rücksprache
Bei der Einnahme von Vitamin-C-Präparaten in höheren Dosen und bei gleichzeitiger Medikation ist ärztliche Beratung empfohlen. Dies gilt insbesondere für Antikoagulantien, aluminiumhaltige Antazida und onkologische Therapien.

Häufige Fragen zu Vitamin-C-Mangel

Wie schnell entsteht ein Vitamin-C-Mangel?
Bei einer Zufuhr von unter 10 mg täglich können sich erste Symptome innerhalb von 4 bis 12 Wochen entwickeln. Der Körper verfügt über einen Gesamtspeicher von ca. 1.500 mg, der bei fehlender Zufuhr schrittweise abgebaut wird. Das genaue Tempo hängt von individuellen Faktoren wie Körpergewicht, Raucherstatus und Ausgangsspeicher ab. Laut Maxfield et al. (2023) tritt das klinische Vollbild des Skorbuts erst nach mehreren Monaten extremer Unterversorgung auf.
Welche Lebensmittel enthalten am meisten Vitamin C?
Hagebutten (400–1.200 mg/100 g), schwarze Johannisbeeren (ca. 177 mg/100 g) und frische Petersilie (ca. 160 mg/100 g) liefern besonders hohe Mengen. Rote Paprika (ca. 140 mg/100 g), Brokkoli und Kiwi sind ebenfalls ausgezeichnete Quellen. Wichtig: Vitamin C ist hitzeempfindlich — schonende Zubereitung und Rohkostanteile helfen, den Gehalt zu erhalten.
Wie wird Vitamin-C-Mangel diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt klinisch durch Anamnese und körperliche Untersuchung (Haut, Zahnfleisch, Haare) sowie per Bluttest. Ein Plasma-Ascorbat-Wert unter 0,2 mg/dL deutet auf Skorbut hin; Werte zwischen 0,2 und 0,6 mg/dL zeigen eine Defizienz an. Leukozyten-Vitamin-C gilt als präziserer Parameter. Laut EFSA (2013) ist ein Plasma-Spiegel von ca. 50 µmol/L ein Zeichen ausreichender Versorgung.
Kann Vitamin-C-Mangel zur Müdigkeit führen?
Studien zeigen, dass subklinischer Mangel mit Erschöpfung und verminderter Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht wird. Vitamin C ist Kofaktor bei der Carnitin-Synthese, die für die Energiegewinnung in Mitochondrien notwendig ist. Müdigkeit ist jedoch ein unspezifisches Symptom mit vielen möglichen Ursachen — ärztliche Abklärung ist bei anhaltender Erschöpfung empfohlen.
Was ist der Unterschied zwischen Vitamin-C-Mangel und Skorbut?
Skorbut ist die schwere, klinisch manifeste Ausprägung eines Vitamin-C-Mangels, die nach mehrmonatiger extremer Unterversorgung (unter 10 mg/Tag) auftritt. Leichtere Formen des Mangels — der sogenannte subklinische Mangel — können bereits früher zu unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, erhöhter Infektanfälligkeit und schlechter Wundheilung führen, ohne das volle Bild eines Skorbuts zu zeigen. Daglilar et al. (2023) beschreiben das klinische Spektrum von subklinischem Mangel bis zum manifesten Skorbut.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für Vitamin-C-Mangel?
Besonders gefährdet sind Raucher (ca. 40 % höherer Umsatz, DGE empfiehlt 40–60 mg Mehrbedarf/Tag), Schwangere und Stillende (erhöhter Bedarf laut EFSA), ältere Menschen mit einseitiger Ernährung sowie Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen — Lemoh et al. (2024) berichten von 21,6 % Defizienzrate bei hospitalisierten CED-Patienten. Auch bariatrisch operierte Patienten und Menschen mit sehr eingeschränktem Lebensmittelzugang zählen zu den Risikogruppen.
Wie viel Vitamin C brauche ich täglich?
Laut DGE (2025): 110 mg/Tag für erwachsene Männer, 95 mg/Tag für erwachsene Frauen (ab 19 Jahren). Raucher benötigen 135–155 mg/Tag, Stillende 125 mg/Tag. Die EFSA gibt ähnliche Referenzwerte an. Die Mindestmenge zur Skorbut-Prävention liegt bereits bei ca. 10 mg/Tag — die Referenzwerte zielen auf eine optimale, nicht nur minimale Versorgung ab.
Quellen:
EFSA NDA Panel (2013). Dietary Reference Values for Vitamin C. DOI: 10.2903/j.efsa.2013.3418 · DGE (2025). FAQ Vitamin C / Referenzwerte. dge.de · Maxfield L et al. (2023). Vitamin C Deficiency. StatPearls/NCBI Bookshelf. NBK493187 · Carr AC & Rowe S (2020a). Global Vitamin C Status. DOI: 10.3390/nu12072008 · Carr AC & Rowe S (2020b). Factors Affecting Vitamin C Status. DOI: 10.3390/nu12071963 · Daglilar E et al. (2023). Scurvy: Rediscovering a Forgotten Disease. DOI: 10.3390/diseases11020078 · Lemoh C et al. (2024). Prevalence, risk factors & outcomes of VCD. DOI: 10.1093/nutrit/nuad157 · BfR (o. J.). Vitamin C: Je mehr, desto besser? bfr.bund.de