Kreatin für Frauen: Was es wirklich bringt – mit Studien & Dosierungs-Rechner

Veröffentlicht im Juni 2026 Von Carlo Schmid · 14 Min. Lesezeit

Lange galt Kreatin als reine Männersache. Etwas für muskelbepackte Typen im Hantelkeller, die ihren Shaker wie eine Trophäe vor sich hertragen. Wenn du als Frau überlegt hast, Kreatin zu nehmen, hast du vermutlich denselben Reflex gehabt wie die meisten: „Werde ich davon aufgeschwemmt? Bekomme ich Haarausfall? Ist das überhaupt was für mich?“

Kurze Antwort: Nein, nein – und ja, unbedingt.

Lange Antwort? Die wird spannend. Denn die Forschung der letzten Jahre hat das Bild komplett gedreht. Es stellt sich heraus: Ausgerechnet Frauen profitieren in mehreren Bereichen sogar stärker von Kreatin als Männer – beim Muskelaufbau, in den Wechseljahren, bei der Gehirnleistung unter Schlafmangel. Und der Grund dafür ist fast schon kurios: Frauen starten mit deutlich leereren Speichern in den Tag.

Dieser Guide ist alles, was du brauchst. Wir gehen durch die echten Studien (mit Namen und Zahlen, nicht „Studien zeigen…“), räumen mit den drei hartnäckigsten Mythen auf, und du bekommst einen interaktiven Rechner, der dir deine persönliche Dosis ausspuckt. Zuletzt aktualisiert am 4. Juni 2026.

Auf einen Blick

  • Frauen starten leerer: Frauen haben rund 70–80 % niedrigere Kreatinspeicher als Männer – und profitieren deshalb oft besonders deutlich von einer Supplementierung.
  • Kraft & Muskeln: In Studien +20–25 % mehr Maximalkraft und mehr fettfreie Masse als mit Training allein.
  • Wechseljahre: Hilft beim Erhalt von Muskeln, Knochengeometrie und Alltagskraft – ideal mit Krafttraining.
  • Kein „Aufschwemmen“: Das Wasser sitzt in der Muskelzelle, nicht unter der Haut. Der Körperfettanteil sinkt in Studien sogar leicht.
  • Sicher: Bis zu 30 g/Tag über 5 Jahre untersucht – keine Belege für Nieren- oder Haarschäden bei Gesunden.
  • Dosierung: 3–5 g Kreatin-Monohydrat täglich, dauerhaft. Ladephase optional. Monohydrat ist der Goldstandard.

Was ist Kreatin überhaupt – und warum haben Frauen weniger davon?

Kreatin ist keine Chemiekeule und kein anaboles Steroid, auch wenn der Name nach Labor klingt. Es ist eine körpereigene Substanz, die deine Leber, deine Nieren und deine Bauchspeicheldrüse jeden Tag aus drei Aminosäuren selbst herstellen – Arginin, Glycin und Methionin. Rund 95 Prozent des Kreatins in deinem Körper sitzen im Skelettmuskel. Dort dient es als blitzschneller Energiespeicher: Es liefert die Energie (genauer: regeneriert ATP) für genau die kurzen, intensiven Belastungen, bei denen es darauf ankommt – die letzten zwei Wiederholungen, der Sprint zum Bus, das Hochheben der Einkaufstaschen (Smith-Ryan et al. 2021, Nutrients).

Jetzt kommt der Punkt, der alles erklärt. Frauen haben rund 70 bis 80 Prozent niedrigere Kreatinspeicher als Männer (Smith-Ryan et al. 2021). Das ist keine Kleinigkeit, das ist ein gewaltiger Unterschied. Er hat im Wesentlichen drei Gründe:

  • Weniger über die Nahrung: Kreatin steckt fast ausschließlich in Fleisch und Fisch (ein bis zwei Gramm pro 100 Gramm). Frauen essen davon im Schnitt schlicht weniger.
  • Weniger Muskelmasse: Da das meiste Kreatin im Muskel gespeichert wird und Frauen durchschnittlich weniger Muskelmasse mitbringen, sind auch die Gesamtspeicher kleiner.
  • Der Hormonfaktor: Östrogen und Progesteron beeinflussen die Enzyme der körpereigenen Kreatinproduktion. Schwankt der Hormonhaushalt – im Zyklus, in der Schwangerschaft, in den Wechseljahren – verändert sich auch die Kreatin-Verfügbarkeit (Smith-Ryan et al. 2021).

Für Vegetarierinnen und Veganerinnen ist der Effekt noch ausgeprägter: Ohne Fleisch und Fisch sind die Muskelspeicher oft noch leerer – was bedeutet, dass gerade diese Gruppe besonders deutlich von einer Supplementierung profitiert (Gutiérrez-Hellín et al. 2025, Nutrients). Wer tiefer in den biochemischen Wirkmechanismus einsteigen will, findet die Details in unserem Schwerpunkt zur Kreatin-Wirkung.

Und genau hier liegt die eigentliche Pointe: Wer mit leereren Speichern startet, hat mehr Luft nach oben. Eine Supplementierung füllt bei Frauen ein größeres Defizit auf – das ist mit ein Grund, warum die Effekte in einigen Studien so deutlich ausfallen.

Was Kreatin bei Frauen wirklich bewirkt – Kraft, Wechseljahre, Gehirn

Reden wir über Ergebnisse. Nicht über Versprechen, sondern über das, was in kontrollierten Studien gemessen wurde.

Mehr Kraft und Muskeln – mit Zahlen, die sich sehen lassen

Wenn du regelmäßig trainierst, ist das hier dein Abschnitt. In einer klassischen Untersuchung an prämenopausalen Frauen, die zehn Wochen lang Krafttraining machten, steigerte die Kreatin-Gruppe ihre Maximalkraft (1-RM) bei Beinpresse, Beinstrecker und Kniebeuge um 20 bis 25 Prozent mehr als die Placebo-Gruppe. Beim Zuwachs an fettfreier Masse: plus 2,6 kg in der Kreatin-Gruppe gegenüber plus 1,6 kg mit Placebo (Smith-Ryan et al. 2021).

Kreatin vs. Placebo – was 10 Wochen Training bei Frauen bewirken

Prämenopausale Frauen, Krafttraining über 10 Wochen.

Maximalkraft-Zuwachs (1-RM)
+20–25 %
Basis
Mit Kreatin Placebo
Zuwachs fettfreie Masse
+2,6 kg
+1,6 kg

Werte gerundet nach kontrollierten Studien an prämenopausalen Frauen. Balkenlängen schematisch zur Veranschaulichung.

Das ist kein Einzelbefund. Ein systematischer Review von 2025, der 27 Studien an aktiven Frauen auswertete, kam zu dem klaren Fazit: Kreatin wirkt bei körperlich aktiven Frauen – für Kraft, anaerobe Leistung und Teile der Ausdauerleistung (Forsyth et al. 2025, Nutrients). Eine Meta-Analyse an unter 50-Jährigen bestätigt: Kreatin plus Krafttraining steigert Ober- und Unterkörperkraft signifikant – auch bei Frauen (Qiu et al. 2024, Nutrients).

Wer beim Thema Muskelaufbau auch an die Proteinbausteine denkt: essentielle Aminosäuren (EAA) liefern das Rohmaterial, Kreatin die Energie dafür – ein gutes Gespann. Wichtig dabei – und das wird oft unterschlagen: Kreatin ist kein Pulver, das dir im Schlaf Muskeln zaubert. Es ist ein Verstärker. Es funktioniert, weil es dir erlaubt, härter und etwas länger zu trainieren – und dein Körper baut dann auf, was du im Training abrufst. Ohne Training, kein Effekt. Mit Training: ein spürbarer Hebel.

Wechseljahre: der vielleicht wichtigste Lebensabschnitt für Kreatin

Hier wird es richtig interessant. Mit der Perimenopause sinkt der Östrogenspiegel – und mit ihm die Muskelmasse. Studien beziffern den Verlust auf rund 0,68 kg Magermasse pro Jahr in der Perimenopause (Smith-Ryan et al. 2025, JISSN). Das klingt wenig, summiert sich über ein Jahrzehnt aber zu einem ernsten Problem: weniger Kraft, langsamerer Stoffwechsel, höheres Sturzrisiko.

Eine Meta-Analyse zu älteren Frauen zeigt: Kreatin in Kombination mit Krafttraining steigert Muskelkraft und Muskelmasse stärker als Krafttraining allein (Santana/Candow et al. 2021, Nutrients). Bei postmenopausalen Frauen führte schon eine kurze Ladephase zu mehr fettfreier Masse, mehr Kraft bei Bein- und Bankdrücken und besseren Ergebnissen in Funktionstests wie dem Aufstehtest (Smith-Ryan et al. 2021).

Und die Knochen? Hier muss man ehrlich sein, denn das Internet übertreibt gern. Das größte und längste RCT zu diesem Thema – 237 postmenopausale Frauen, zwei Jahre, Kreatin plus Krafttraining – fand keinen Effekt auf die reine Knochendichte (BMD). Was Kreatin aber tat: Es erhielt die Biegefestigkeit am Oberschenkelhals (ein Geometrie-Maß, das beeinflusst, ob ein Knochen bei einem Sturz bricht; P = 0,0011) und verbesserte die Gehgeschwindigkeit messbar (Chilibeck/Candow et al. 2023, Med Sci Sports Exerc). Kein Wundermittel für die Knochendichte also – aber ein realer Beitrag zur Knochenstabilität und zur Mobilität im Alltag.

Das Gehirn: Fokus, Gedächtnis und der Schlafmangel-Effekt

Dein Gehirn verschlingt etwa 20 Prozent deiner gesamten Energie – und Kreatin ist auch dort ein Energiepuffer (Gualano et al. 2021, Nutrients). Eine Meta-Analyse über zehn Studien zeigt eine Verbesserung der Gedächtnisleistung (SMD = 0,29), wobei ältere Erwachsene am stärksten profitierten (SMD = 0,88) (Prokopidis/Candow et al. 2022, Nutr Rev).

Der für viele Frauen spannendste Befund kommt aber aus der Schlafforschung. Wie eng Schlaf und Regeneration zusammenhängen, zeigen wir ausführlich im Beitrag Besser schlafen 2026. Bei 21 Stunden Schlafentzug milderte eine einzelne Kreatindosis den kognitiven Leistungsabfall ab – und in der aktuellsten Untersuchung profitierten Frauen stärker als Männer, mit bis zu 12 Prozent besseren Ergebnissen bei Logik-, Sprach- und Aufmerksamkeitstests gegenüber Placebo (Gordji-Nejad et al. 2026, Nutrients). Für alle, die mit kleinen Kindern, Schichtdienst oder schlaflosen Wechseljahresnächten kämpfen, ist das eine bemerkenswerte Nachricht.

Auch beim Thema Stimmung gibt es Signale: In einem RCT mit 52 Frauen mit Depression verbesserte Kreatin als Ergänzung zu einem SSRI die Symptome deutlicher als Placebo – und das schon nach zwei Wochen (Lyoo/Kim et al. 2012, Am J Psychiatry). Das ersetzt keine Therapie und keine Medikation, aber es passt ins Bild eines Stoffs, der weit mehr ist als ein Sportsupplement.

Macht Kreatin aufgeschwemmt? Der Wasser-Mythos, sachlich seziert

Das ist die Sorge Nummer eins, und sie hält viele Frauen davon ab, Kreatin überhaupt zu probieren. Also klären wir das sauber.

Ja, in den ersten Tagen kann die Waage 0,5 bis 1,5 kg mehr anzeigen. Aber – und das ist der entscheidende Punkt – dieses Wasser landet in der Muskelzelle, nicht unter der Haut. Es ist intrazelluläre Hydratation, kein subkutanes Aufquellen. Optisch macht dich das nicht „schwammig“, sondern eher straffer (Antonio/Smith-Ryan et al. 2024, JISSN).

Die Studienlage ist hier ungewöhnlich eindeutig. Ein RCT mit 30 aktiven Frauen über alle Zyklusphasen hinweg fand nach der Ladephase keine signifikante Veränderung der Körpermasse – obwohl das Körperwasser nachweislich zunahm. Das Wasser verschob sich nach innen, in die Zelle (Cabre/Smith-Ryan et al. 2023, Nutrients). Eine weitere Untersuchung an Freizeitsportlerinnen über 14 Tage zeigte ebenfalls keinerlei Zunahme von Körpermasse, Körperfett oder Fettmasse (Avon et al. 2025, JISSN).

Und jetzt der Teil, der den Mythos endgültig auf den Kopf stellt: Eine große Meta-Analyse fand, dass Kreatin den Körperfettanteil sogar leicht senkt (–0,28 Prozent), während die fettfreie Masse steigt (+0,82 kg) (Ashtary-Larky/Candow et al. 2024, JISSN). Kreatin macht also nicht „dick“ – es macht definierter.

Die kleine Zahl auf der Waage in Woche eins? Das ist Wasser in deinen Muskeln, das dort genau hingehört. Kein Fett. Kein Grund zur Sorge.

Dein persönlicher Dosierungs-Rechner

Genug Theorie – wie viel solltest du nehmen? Die offiziellen Leitlinien der International Society of Sports Nutrition unterscheiden zwischen einer optionalen Ladephase (rund 0,3 g pro kg Körpergewicht, aufgeteilt in vier Portionen, für 5 bis 7 Tage) und einer dauerhaften Erhaltungsdosis von 3 bis 5 g täglich (Kreider et al. 2017, JISSN). Stell unten dein Gewicht und dein Ziel ein – der Rechner macht den Rest:

🧮 Kreatin-Dosierungs-Rechner für Frauen

Stell dein Körpergewicht ein und wähl dein Ziel – wir rechnen dir Lade- und Erhaltungsdosis nach den offiziellen ISSN-Leitlinien aus.

Muskel & Kraft
Wechseljahre
Kopf & Fokus
Ladephase (optional · Tag 1–7)
20 g / Tag
Erhaltungsphase (dauerhaft, jeden Tag)
5 g / Tag
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Wichtig zur Einordnung: Die Ladephase ist eine Abkürzung, kein Muss. Sie füllt deine Speicher in etwa einer Woche statt in drei bis vier. Wer einen empfindlichen Magen hat, lässt sie einfach weg und startet direkt mit 5 g am Tag – das Ergebnis ist am Ende dasselbe. Genau dieses Tempo zeigt dir die nächste Grafik.

Wie schnell wirkt Kreatin? Ladephase oder langsam – beide führen ans Ziel

„Wie schnell merke ich was?“ ist nach der Wasserfrage die zweithäufigste. Die ehrliche Antwort: Es hängt davon ab, wie schnell du deine Muskelspeicher füllst. Mit einer Ladephase sind sie nach etwa sieben Tagen voll. Ohne, mit konstant 5 g am Tag, dauert es ungefähr drei bis vier Wochen. Das Endniveau ist in beiden Fällen identisch – tippe dich durch:

📈 Wie schnell wirkt Kreatin? Speicher-Aufbau über 4 Wochen

Beide Wege führen zum gleichen Ziel – einem zu ~100 % gefüllten Muskelspeicher. Der Unterschied liegt nur im Tempo. Tipp antippen und vergleichen:

Mit Ladephase (20 g)
Langsam (5 g/Tag)
~100 % Sättigung
Tag 1Tag 7Tag 14Tag 21Tag 28
Speicher voll nach
~7 Tagen
Gesamt-Kreatin (28 Tage)
~240 g
Magenverträglichkeit
solide
Ladephase Erhaltung

Was du daraus mitnehmen solltest: Es gibt kein „falsch“, solange du dranbleibst. Kreatin wirkt über die Sättigung des Speichers, nicht über die Einzeldosis. Der häufigste Fehler ist deshalb nicht die falsche Methode – es ist das Aufhören nach zwei Wochen, weil „nichts passiert“. Gib deinem Körper die Zeit, den Tank zu füllen.

Wann und wie einnehmen – die Praxis ohne Schnickschnack

Beim Timing wird viel Wind gemacht, der wissenschaftlich kaum gedeckt ist. Die Wahrheit ist entspannt:

  • Tageszeit: Im Grunde egal. Kreatin wirkt über die Dauer, nicht über den Moment. Einige Daten deuten an, dass die Einnahme nah am Training (davor oder danach) einen kleinen Vorteil haben könnte – ein kritischer Zeitpunkt ist aber nicht belegt (Kreider et al. 2017).
  • Womit: Die Aufnahme ins Muskelgewebe steigt mit Kohlenhydraten oder Kohlenhydraten plus Protein – ein größerer Leistungsvorteil ist daraus aber nicht zwingend ableitbar. Ein Glas Saft oder dein Post-Workout-Shake reichen völlig.
  • Trainingstage vs. Ruhetage: Nimm es täglich. Es geht um die konstante Sättigung deiner Speicher, nicht um die Tagesform.

Ein praktischer Tipp aus dem Alltag: Koppel die Einnahme an eine bestehende Gewohnheit. Ins Müsli, in den Morgenkaffee (ja, das geht – mehr dazu gleich), in den Shaker direkt neben die Zahnbürste. Die wirksamste Dosis ist die, die du nicht vergisst.

Welches Kreatin? Warum Monohydrat der Goldstandard bleibt

Im Regal stehen Kreatin-Citrat, Kreatin-Ethylester, gepufferte Formen, Kreatin-Nitrat – oft mit dem Versprechen „besser aufnehmbar“ und dem entsprechend höheren Preis. Die Forschung ist hier unmissverständlich: Kreatin-Monohydrat ist die am besten untersuchte und klinisch wirksamste Form. Es gibt keinen überzeugenden Beleg, dass irgendeine andere Form mehr Kreatin im Muskel speichert oder die Leistung stärker steigert (Kreider et al. 2017). Ein Review von 2025 formuliert es deutlich: Monohydrat sollte die bevorzugte Form sein (Gutiérrez-Hellín et al. 2025, Nutrients).

Worauf du stattdessen achten solltest, ist die Qualität des Monohydrats selbst – nicht die exotische Variante:

  • Reinheit: Idealerweise pharmazeutische Qualität (du findest oft die Bezeichnung „Creapure“), ohne unnötige Zusätze.
  • Mikronisiert / 200 Mesh: Fein vermahlenes Pulver löst sich besser auf und liegt weniger schwer im Magen.
  • Pur, nicht in der Mischung: Reines Pulver lässt sich exakt dosieren und ist pro Gramm fast immer günstiger als Kapseln oder fertige Blends.

Genau aus diesen Gründen setzen wir bei Spacegarden auf hochdosiertes, fein mikronisiertes Kreatin-Monohydrat in 200-Mesh-Qualität – 5 g pro Tag, ohne Füllstoffe, ohne Marketing-Hokuspokus. Wenn du nach dem Lesen dieses Guides loslegen willst, ist das der unkomplizierte Startpunkt: unser Kreatin Monohydrat Pulver.

Häufige Fragen zu Kreatin für Frauen

Bekomme ich von Kreatin Haarausfall?+
Das ist der hartnäckigste Mythos – und er steht auf erstaunlich dünnem Boden. Er geht auf eine einzige Studie von 2009 mit nur 16 männlichen Rugby-Spielern zurück, die einen Anstieg des Hormons DHT zeigte. Diese Studie wurde nie repliziert und hatte methodische Schwächen (van der Merwe et al. 2009). 2025 hat ein direktes RCT die Frage sauber beantwortet: 12 Wochen, 38 krafttrainierende Männer, echte Messung von Haardichte und Hormonen – kein Effekt auf DHT, Testosteron oder Haarparameter (Gerafiani/Forbes/Antonio et al. 2025, JISSN). Für Frauen ist der Mythos ohnehin doppelt fragwürdig, denn Haarausfall bei Frauen läuft kaum über DHT.
Nimmt man von Kreatin zu?+
Nicht an Fett. In den ersten Tagen kommen eventuell 0,5 bis 1,5 kg Wasser dazu, das in den Muskelzellen sitzt. Langfristig sinkt der Körperfettanteil in Studien sogar leicht (Ashtary-Larky et al. 2024). Wir haben dem Thema einen eigenen Faktencheck gewidmet: Kommt es bei Kreatin zu einer Gewichtszunahme?
Hat Kreatin Nebenwirkungen? Was ist mit den Nieren?+
Kreatin gehört zu den am gründlichsten untersuchten Supplements überhaupt. Die ISSN bestätigt: bis zu 30 g pro Tag über fünf Jahre sind bei Gesunden sicher; es gibt keinen Beleg für eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreider et al. 2017). Eine Meta-Analyse 2025 über 21 Studien fand keinen Effekt auf die GFR (BMC Nephrology 2025). Speziell für Frauen wurden 29 Studien mit 951 Teilnehmerinnen ausgewertet – ohne schwerwiegende Nebenwirkungen (Antonio/Smith-Ryan et al. 2024). Ausnahme: Bei vorbestehender Nierenerkrankung erst mit der Ärztin sprechen. Mehr in unseren Beiträgen zu Kreatin-Nebenwirkungen und Kreatinin & Nierenwerten.
Kann ich Kreatin mit Kaffee kombinieren?+
Ja. Koffein und Kreatin wirken über völlig unterschiedliche Wege und schließen sich nicht aus. Frühere Bedenken stammen aus älteren Studien mit hohen Dosen; im Alltag mit normalem Kaffeekonsum ist das kein Problem (Antonio/Smith-Ryan et al. 2024). Bei sehr empfindlichem Magen lieber zeitlich etwas trennen.
Darf ich Kreatin in der Schwangerschaft oder bei Kinderwunsch nehmen?+
Hier sind wir bewusst zurückhaltend: Es gibt keine ausreichenden Humanstudien zur Kreatin-Supplementierung in der Schwangerschaft. Tiermodelle sehen vielversprechend aus, reichen aber für keine Empfehlung. Wenn du schwanger bist, stillst oder es werden möchtest, kläre das vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt (Smith-Ryan et al. 2024, Food Sci Nutr).
Ab welchem Alter ist Kreatin sinnvoll?+
Die Forschung umfasst Frauen von der Jugend bis weit über 60. Für gesunde erwachsene Frauen gibt es keine obere Altersgrenze – im Gegenteil, in den Wechseljahren und danach wird der Nutzen sogar größer. Bei Jugendlichen sollte die Einnahme mit den Eltern und idealerweise ärztlich begleitet werden.

Fazit: Kreatin ist kein Männer-Supplement – es ist eines der besten Werkzeuge für Frauen

Drehen wir die Eingangsfrage einmal um. Die spannende Frage ist nicht „Ist Kreatin etwas für Frauen?“ – sondern „Warum haben wir es Frauen so lange ausgeredet?“

Die Evidenz ist erdrückend und in mehreren Punkten klar: Frauen starten mit deutlich leereren Speichern, gewinnen messbar an Kraft und Muskeln, profitieren in den Wechseljahren beim Erhalt von Muskeln und Mobilität, und ziehen unter Schlafmangel sogar einen größeren kognitiven Nutzen als Männer. Die großen Ängste – Aufschwemmen, Haarausfall, Nierenschäden – halten der Datenlage schlicht nicht stand.

Das Schöne daran: Du brauchst keine komplizierte Strategie. Ein hochwertiges Kreatin-Monohydrat, 5 g am Tag, dauerhaft, am besten kombiniert mit etwas Krafttraining. Das ist alles. Kein Cycling, kein Timing-Stress, keine teure Spezialform.

Wenn du nach diesem Guide den simpelsten ersten Schritt suchst: Unser hochdosiertes Kreatin Monohydrat in 200-Mesh-Qualität ist genau dafür gemacht – pur, fein, ohne Zusätze. Mehr zur optimalen Kreatin-Dosierung liest du im Detail-Beitrag. Und falls du gerade ohnehin an deiner Basis-Versorgung schraubst: Viele Frauen kombinieren Kreatin mit Magnesium-Glycinat für Muskelfunktion und Schlaf. Aber das ist die Kür. Fang mit dem Kreatin an – dein zukünftiges, stärkeres Ich wird es dir danken.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder Stillzeit sprich vor einer Supplementierung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Verwendete Quellen (Auswahl)

  • Smith-Ryan AE et al. (2021): Creatine Supplementation in Women's Health. Nutrients. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7998865/
  • Kreider RB et al. (2017): ISSN position stand: safety and efficacy of creatine. JISSN. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1186/s12970-017-0173-z
  • Chilibeck PD, Candow DG et al. (2023): 2-Jahres-RCT, Kreatin & postmenopausale Knochengesundheit. Med Sci Sports Exerc. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10487398/
  • Forsyth A et al. (2025): Creatine in active females – Systematic Review. Nutrients. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11767391/
  • Santana CC, Candow DG et al. (2021): Creatine + resistance training in older females. Nutrients. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8619193/
  • Qiu B, Candow D et al. (2024): Creatine & strength gains <50 yrs. Nutrients. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11547435/
  • Prokopidis K, Candow DG et al. (2022): Creatine & memory meta-analysis. Nutr Rev. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9999677/
  • Gordji-Nejad A et al. (2026): Single-dose creatine & sleep deprivation. Nutrients. https://www.mdpi.com/2072-6643/18/8/1192
  • Lyoo IK, Kim JE et al. (2012): Creatine augmentation in women with depression. Am J Psychiatry. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4624319/
  • Cabre HE, Smith-Ryan AE et al. (2023): Fluid distribution across menstrual phases. Nutrients. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9865497/
  • Avon IH et al. (2025): Creatine, body composition & water in female athletes. JISSN. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15502783.2025.2533668
  • Ashtary-Larky D, Candow DG et al. (2024): Creatine & body composition meta-analysis. JISSN. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11268231/
  • Gutiérrez-Hellín J et al. (2025): Creatine for women, vegans, clinical populations. Nutrients. https://www.mdpi.com/2072-6643/17/1/95
  • Gerafiani A, Forbes SC, Antonio J et al. (2025): Does creatine cause hair loss? 12-week RCT. JISSN. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12020143/
  • van der Merwe J et al. (2009): Creatine & DHT:T ratio in rugby players. Clin J Sport Med. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19741313/
  • Antonio J, Smith-Ryan AE et al. (2024): Common misconceptions about creatine (Part II). JISSN. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15502783.2024.2441760
  • BMC Nephrology (2025): Creatine & kidney function meta-analysis. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12590749/
  • Smith-Ryan AE et al. (2025): Creatine in women's health – menstruation to menopause. JISSN. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12086928/
  • Gualano B et al. (2021): Creatine Supplementation and Brain Health. Nutrients. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7916590/
  • Smith-Ryan AE, Ellery SJ et al. (2024): Dietary creatine & female reproductive health (NHANES). Food Sci Nutr. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11266896/